Was kostet Home Staging? Preise, Beispiele & wie Profis die Kosten senken
Wer eine Immobilie verkaufen oder vermarkten möchte, hört früher oder später den Begriff Home Staging. Die Idee dahinter ist einfach: Eine professionell inszenierte Wohnung verkauft sich schneller und oft zu einem höheren Preis. Doch eine Frage steht fast immer am Anfang: Was kostet Home Staging eigentlich? In diesem Ratgeber findest du aktuelle Preise, konkrete Rechenbeispiele und drei Tipps, mit denen vor allem Profis – Home Stager, Makler und Bauträger – ihre Ausstattung deutlich günstiger machen.
Die kurze Antwort: 1 bis 3 Prozent des Verkaufspreises
Als Faustregel hat sich in der Branche ein Wert von 1 bis 3 Prozent des angestrebten Verkaufspreises etabliert. Diese Spanne nennt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) als Orientierung. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt dieses Beispiel:
| Verkaufspreis der Immobilie | Typische Home-Staging-Kosten (1–3 %) |
|---|---|
| 300.000 € | 3.000 – 9.000 € |
| 400.000 € | 4.000 – 12.000 € |
| 500.000 € | 5.000 – 15.000 € |
Wichtig: Das ist ein Richtwert für ein vollständiges Staging einer leerstehenden Immobilie. Bei kleineren Maßnahmen oder einzelnen Räumen liegen die Kosten deutlich darunter.
Welche Preismodelle gibt es?
Home Staging ist kein Einheitsprodukt. Je nach Zustand der Immobilie und Budget kommen unterschiedliche Modelle infrage.
Tages-Staging (für bewohnte Objekte). Hier kommt ein Home Stager für rund einen Tag und arbeitet mit dem vorhandenen Mobiliar: aufräumen, umstellen, dekorieren, gezielt Akzente setzen. Diese Variante kostet meist zwischen 500 und 800 Euro zzgl. Mehrwertsteuer und eignet sich gut für bewohnte Wohnungen mittlerer Größe.
Komplett-Staging (für leerstehende Objekte). Das ist die aufwendigste und teuerste Variante. Der Dienstleister übernimmt Planung, Konzept, Möblierung, Dekoration, Transport und Aufbau. Genau hier landen die meisten Projekte in der Spanne von 1 bis 3 Prozent des Verkaufspreises.
Virtual Staging (rein digital). Bei dieser Methode werden leere Räume nur auf den Fotos im Exposé digital möbliert. Das ist günstig, oft zwischen 60 und 100 Euro pro Bild, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Bei der echten Besichtigung steht der Interessent dann doch im leeren Raum.
Was beeinflusst die Kosten?
Warum ist die Spanne so groß? Diese Faktoren entscheiden über den Endpreis:
- Objektgröße: Eine Wohnung mit 60 m² ist günstiger zu stagen als ein Einfamilienhaus mit 180 m².
- Zustand: Sind kleinere Reparaturen, Entrümpelung oder Malerarbeiten nötig, steigen die Kosten.
- Ausstattung – mieten oder kaufen: Wer Möbel pro Projekt mietet, zahlt jedes Mal neu. Wer eigene, wiederverwendbare Ausstattung besitzt, senkt die Stückkosten mit jedem Einsatz.
- Region: In Ballungsräumen mit hohen Immobilienwerten liegen die Honorare höher als auf dem Land.
- Anzahl der Räume: Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer kosten jeweils einzeln. Besonders die Küche ist erfahrungsgemäß teuer und aufwendig zu inszenieren.
Lohnt sich die Investition?
Die kurze Antwort: in den meisten Fällen ja. Home Staging gilt nicht als Ausgabe, sondern als Verkaufsstrategie, die sich durch zwei Effekte amortisiert.
Erstens der Mehrerlös: Deutsche Anbieter dokumentieren je nach Objekt und Markt Preissteigerungen von rund 10 bis 18 Prozent gegenüber vergleichbaren, nicht inszenierten Immobilien. Zweitens die kürzere Vermarktungszeit: Eine Erhebung der US-Maklervereinigung NAR aus dem Jahr 2025 zeigt, dass rund die Hälfte der befragten Verkäufermakler eine verkürzte Vermarktungsdauer beobachtete. Jeder Monat weniger am Markt spart außerdem laufende Kosten für Leerstand, Nebenkosten und Finanzierung.
Der psychologische Kern dahinter: Viele Kaufinteressenten können sich leere Räume schlicht nicht möbliert vorstellen. Genau diese Lücke schließt Home Staging.
3 Tipps, mit denen Profis beim Home Staging sparen
Für Home Stager, Makler und Bauträger ist Staging Teil des Geschäftsmodells – entsprechend zählt jeder Euro an Ausstattungskosten. Mit diesen Ansätzen senkst du sie, ohne auf Wirkung zu verzichten.
1. Auf die entscheidenden Räume konzentrieren. Küche, Wohnzimmer und Bad prägen den ersten Eindruck am stärksten. Wer das Budget gezielt auf diese Räume lenkt, erzielt einen Großteil der Wirkung zu einem Bruchteil der Kosten. Das gilt auch beim Einrichten einer Musterwohnung für Bauträger.
2. Home-Staging-Möbel: mieten oder kaufen? Wer nur ein einziges Objekt vermarktet, fährt mit Miete oft gut. Wer regelmäßig staged, für den lohnt sich Kaufen schnell: Eigene, wiederverwendbare Ausstattung amortisiert sich meist schon nach wenigen Projekten und ist danach quasi kostenlos im Einsatz. Das ist der größte Hebel für alle, die Home Staging als Profi betreiben.
3. Die Küche clever lösen. Die Küche ist beim Staging einer der teuersten Posten: Eine echte Küche zu mieten, zu transportieren und aufzubauen ist aufwendig, und leere Räume mit sichtbaren Wasser- und Stromanschlüssen wirken unfertig. Eine günstige Alternative sind modulare Küchenattrappen aus stabiler Kartonage. Sie zeigen Interessenten auf einen Blick, wie der Raum als fertige Küche aussehen könnte, sind in wenigen Minuten aufgebaut und lassen sich immer wieder einsetzen. Wer eine Küchenattrappe kaufen statt mieten möchte, hat damit eine dauerhaft wiederverwendbare Lösung für jedes künftige Objekt.
Tipp für Home Stager: Du steigst gerade ins Home Staging ein oder möchtest dich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen? Im DACH-Raum gibt es dafür etablierte Netzwerke wie die Staging Community, den größten Zusammenschluss professioneller Home Stager mit regionalen Stammtischen und einem eigenen Qualitätsversprechen. Der Austausch dort hilft gerade am Anfang enorm bei Fragen zu Preisgestaltung, Abläufen und Ausstattung.
Fazit
Home Staging kostet in der Regel 1 bis 3 Prozent des Verkaufspreises, lässt sich aber durch die Wahl des richtigen Modells und cleveres Equipment stark steuern. Für Eigentümer zahlt sich die Investition durch höhere Verkaufspreise und kürzere Vermarktungszeiten aus. Profis senken ihre laufenden Kosten am wirksamsten, indem sie auf wiederverwendbare Ausstattung statt auf Einmalmiete setzen – gerade in der Küche.
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